Anpassungsstörung

Menschen mit einer Anpassungsstörung tragen ein großes Leiden mit sich. Sie sind emotional oft instabil. Das Leiden entsteht durch eine große Lebensveränderung. 

Anpassungsstörung

Das seelische Leiden kann bei einer Anpassungsstörung extrem schmerzhaft sein. Sie entsteht aus schwer belasteten Ereignissen. Die Folge von dem Ereignis kann ein hohes Maß an Leiden schaffen. Sie tritt oft auf.

Entstehung der Anpassungsstörung:

Die Anpassungsstörung kann durch Situationen auftreten, an die wir uns nicht anpassen können, wie Unfälle, Krankheiten, Missbrauch.

Sie entsteht oft bei Menschen, die in einem Krieg verwickelt waren, aber auch durch Folter kann sie sich entwickeln oder bei Entführungen.

Es entsteht ein enormer Schock, der so groß ist, dass er oft nicht möglich ist, ins eigene Leben zu finden. Das kann uns seelisch aus der Bahn werfen. Die Psyche kann sich allein oft nicht mehr erholen. 

Anpassungsstörung durch Trauer:

Sie kann sich aber auch bilden, wenn man die Trauer nicht verarbeiten kann, wie beim Weggang eines Menschen.

Die normale Trauer bringt schon viel Leid mit sich, aber sie geht bald wieder vorbei.

Geht die Trauer aber nicht vorbei oder geht über diese hinaus, dann kann man von einer Anpassungsstörung sprechen.

Zitat:

Dr. Faust sagt richtigerweise: „Anpassungsstörungen sind nach heutiger Definition das, was man früher eine depressive Reaktion oder reaktive Depression nannte, eine Trauerreaktion, einen Kulturschock u. a.“ 

Die Anpassungsstörung zeigt viele Anzeichen:

Man kann viele Bindungen zu anderen nicht mehr gut bewältigen. Das Soziale bleibt oft auf der Strecke. Durch launisches und soziales Fehlverhalten kann man auch den letzten Freund vergraulen. Es wird alles zu viel. Leistungen kann fast nicht erbracht werden. 

Es kann auch Angst auftreten. Panikattacken sind nicht selten. Es kann eine große Sorge auftreten, dass anderen etwas passiert.

Dann und wann können sich depressive Anzeichen zeigen. Es kann vorkommen, dass man sich niedergeschlagen fühlt. Man hat kein Antrieb. Oft spürt man keine Freude. Manche Betroffenen haben keinen Appetit. Der Schlaf ist schlecht.  

Die Erinnerungen ändern alles:

Hat man solch großen Schock erlitten, schlägt man ein neues Kapitel im Leben auf. Man muss ein neues Kapitel aufschlagen, weil es kaum möglich ist, in sein altes Leben zu finden. 

Das letzte Kapitel im Leben ging nicht gut aus, so verliert man die Kontrolle über das Leben. Es gibt viele, die das auf die Art fühlen. Man kann nicht mehr so weiter machen, aber wie soll jetzt überhaupt im Leben weiter gehen?

Man verliert den Boden unter den Füßen, weil das Gefühl aufkommt, als finde man nicht mehr richtig ins Leben. 

Für jemanden, der noch nie solch eine Belastung erlebt hat, ist es schwer zu verstehen, was in dem Leidenden vorgeht. Viele halten Ihre Gefühle von Schock und Starre als einzig auf der Welt und das macht es für Angehörige sehr schwer. Der oder die Betroffene fühlt sich unverstanden.

Hilfe holen ist ein guter Rat:

Nach der WHO* muss die Anpassungsstörung nach 6 Monaten nach dem schweren Ereignis vorbei sein. Doch leider erleben wir immer wieder Fälle in Kliniken, die anderes sagen. Es ist dann ein chronischer Verlauf.

Viele versuchen es mit dem Leid ganz allein fertig zu werden, doch man findet sich oft nicht mehr allein im Leben zurecht. Man kann sich dem Leben nicht mehr so ohne Weiteres anpassen. 

Schon seit langer Zeit gibt es gute Ansätze, um die Störung zu minimieren. Wir finden mehr und mehr Chancen zur Heilung in der jüngeren Zeit. 

Oft kann eine professionelle Hilfe das Leiden gut abnehmen. Durch die Gespräche kann der Klient oder die Klientin schneller wieder auf die Füße kommen. Wenn das nicht richtig möglich ist, kann die psychotherapeutische Hilfe zumindest das Leid minimieren. 

Es gibt aber auch Übungen, um die Last stark zu mindern. Ein Aufbauprogramm für Überlebende kann hier hilfreich sein. In den Übungen lernt der Überlebende wieder Step by Step ins Leben zu starten.

Ist das subjektive Leiden so stark, dass ein Leben in Gefahr ist, dann sollte eine Klinik aufgesucht werden. 

Dazugehörige Begriffe: abnormale Trauerreaktion, Kulturschock.

* WHO = Weltgesundheitsorganisation

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